B9_ Workshop Wissenschaft
Industrie 4.0 = Illusion 4.0?

DIENSTAG, 05.12.2017, 14:00-15:30 Uhr, Raum spectrum

Seit über 5 Jahren ist das Schlagwort „Industrie 4.0“ in aller Munde, nicht zuletzt durch die Hightech-Strategie der Bundesregierung – die Verschmelzung der industriellen Produktion mit IT-Technik: Mit intelligenten, digital vernetzten Systemen sollen Mensch, Maschine, Anlage, Logistik und Produkt werden digital vernetzt, um die ganze Wertschöpfungskette zu optimieren – intelligente Fabriken („Smart Factories“) als vierte industrielle Revolution.

Soweit die Vision. Doch bislang, monieren Kritiker, hat die breit angelegte Initiative außer Handlungsempfehlungen und Gremienarbeit kaum zu konkreten Ergebnissen geführt: Es gibt hierzulande immer noch keinen technischen Standard, der die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine bzw. Maschine und Maschine ermöglicht. Es fehle auch an einem gemeinsamen Vorgehen deutscher und europäischer Unternehmen – im Gegensatz zu den USA, wo sich große Firmen zum Industrial Internet Consortium (IIC) zusammengeschlossen haben. Und laut einer Umfrage von research tools haben bisher nur knapp 10% der Unternehmen erste Maßnahmen zu Industrie 4.0 umgesetzt.

Wohin steuert also die Industrie 4.0? Ist die vierte industrielle Revolution bereits zu Ende, bevor sie begonnen hat? Fehlt es der Industrie hierzulande an Mut und Phantasie – oder ist Deutschland (mit den USA) bei der Industrie 4.0 „weltweit führend“ (Bitkom)?

REFERENTEN:

Peter Welchering [Mod.]

Freier Journalist, Stuttgart

Peter Welchering hat Philosophie und Theologie studiert und arbeitet seit 1983 als Technik- und Wissenschaftsjournalist für Hörfunk und Fernsehen. Er war sechs Jahre Chefredakteur der Computer Zeitung und Business Online und hat das Online-Portal IndustrieNet mit aufgebaut. Davor war er als Volontärausbilder in Fachverlagen, unter anderem für c't, tätig. Anschließend gründete er Media01, Produktionsgesellschaft für elektronische Medien Köln-Stuttgart und VoxMundi Medienanstalt GmbH Stuttgart.

Er schreibt und produziert für den Deutschlandfunk (Forschung Aktuell), den SWR, das ZDF sowie für Zeitschriften und Zeitungen (FAZ). Zusätzlich arbeitet er als Journalismus- und Medientrainer und unterrichtet an Journalistenschulen und -akademien. 2011 wurde er in den Deutschen Presserat gewählt. Von ihm stammt der Begriff „Bundestrojaner“. Er hat unter anderem den Datenskandal beim Akkreditierungsdebakel auf dem G20-Gipfel in Hamburg aufgedeckt.

Prof. Dr. Irene Bertschek

Leiterin Digitale Ökonomie, ZEW Mannheim

Irene Bertschek leitet den Forschungsbereich Digitale Ökonomie am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Sie studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim (Diplom) und der Université catholique de Louvain, Louvain-la-Neuve, Belgien (Master of Arts) mit den Schwerpunkten Ökonometrie und Industrieökonomik. Im Rahmen des European Doctoral Program promovierte sie an der Université catholique de Louvain. In ihren Forschungsarbeiten befasst sie sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Produktivität, das Innovationsverhalten und die Arbeitsorganisation in Unternehmen. Ihre Methodenkompetenz liegt in der angewandten Mikroökonometrie und der Analyse von Unternehmensdaten.

Prof. Dr.-Ing. Joachim Metternich

Lehrstuhls für Produktionsmanagement und Intralogistik, TU Darmstadt

Joachim Metternich studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der TH Darmstadt (heute TU). Seine wissenschaftliche Mitarbeit am dortigen Institut für Produktionstechnik und spanende Werkzeugmaschinen (PTW) schloss er im Jahr 2001 durch die Promotion zum Dr.-Ing. ab. Anschließend wechselte er in die Privatwirtschaft. Bei Trumpf in Ditzingen begann Metternich als Referent des Geschäftsführers Produktion; bei Bosch in Tschechien arbeitete er als Gruppenleiter, zunächst im Produktionssystem und später in der Zerspanung. 2008 wechselte er zu Knorr-Bremse nach München. Dort war Metternich Leiter des Knorr-Bremse Produktionssystems. 2012 kehrte er an die TU Darmstadt zurück – nun als Inhaber des Lehrstuhls für Produktionsmanagement und Intralogistik. Er ist Leiter der Prozesslernfabrik CiP und Sprecher des Kompetenzzentrums Mittelstand 4.0 Darmstadt.

Prof. Dr. Ing. Andreas Syska

Professor für Produktionsmanagement, Hochschule Niederrhein

Andreas Syska ist seit 1997 Professor für Produktionsmanagement an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach. Er studierte Maschinenbau an der RWTH Aachen und war von 1985 bis 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Rationalisierung der RWTH, wo auch die Promotion zum Dr.-Ing. erfolgte.

Anschließend arbeitete er als Produktionsleiter bei der Robert Bosch GmbH in Stuttgart und war von 1994 bis 1995 Consultant bei Arthur D. Little in Wiesbaden. 1995 gründetre er die Unternehmensberatung Syska. Seine Themen: Produktionscontrolling, Lean Production und der Weg dahin, Fabrik 2040. 



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