Genome Editing bei Pflanzen

MONTAG, 28. November 2016, 14:30-16:00 Uhr, Borgward Saal

Die Debatte um die revolutionäre „Genschere“ CRISPR/Cas ist gegenwärtig stark auf den Eingriff in die menschliche Keimbahn fokussiert. Dadurch gerät aus dem Blick, dass andere Anwendungen wesentlich schneller auf die Agenda rücken dürften: In der Pflanzengenetik ist die Redigatur des Erbguts längst Routine. Weltweit haben zahlreiche Arbeitsgruppen gezeigt, dass sich das Verfahren etwa bei Reis, Tabak, Tomaten, Mais oder Weizen einsetzen lässt. Welche Möglichkeiten verspricht die CRISPR-Methode für die Landwirtschaft? Wie evidenzbasiert ist etwa die Prognose, durch Genome Editing Pestizide einzusparen?

Wissenschaftler schwärmen vom enormen Potenzial, Unternehmen wittern Riesengeschäfte – und bei Gentechnikgegnern läuten die Alarmglocken. Den Heilsversprechen liegt jedoch ein Kernproblem zugrunde: Die Ergebnisse des Genome Editing sind von natürlicher Mutation nicht mehr zu unterscheiden. Wie können Behörden und Landwirte Genome-Editing-Organismen nach der Freigabe überhaupt noch erkennen?

In diesem Workshop steht die Frage im Vordergrund, wie das neue gentechnische Werkzeug verantwortungsvoll eingesetzt werden kann und wo Regulierungsbedarf besteht: Sind durch Genome Editing erzeugte Nutzpflanzen, bei denen keine Fremd-DNA eingebaut werden, gentechnisch veränderte Organismen (GVO) – und wo liegen weitere Lücken im Gentechnikgesetz (GenTG) von 1990? Und wie sollte Saatgut und Lebensmittel aus CRISPR/Cas-Pflanzen gekennzeichnet werden?

REFERENTEN:

  • Dr. Margret Engelhard, Fachgebietsleiterin Gentechnik, Bundesamt für  Naturschutz (BfN), Bonn
  • Prof. Dr. Holger Puchta, Leiter Botanisches Institut, Karlsruher Institut für Technologie
  • Dr. Ricarda A. Steinbrecher, Molekularbiologin, EcoNexus / ENSSER

MODERATION:

  • Julia Groß, Freie Journalistin (u.a. FAS, FOCUS, Technology Review, brand eins), München


Die Präsentationen der Session finden Sie hier:

A3, Engelhardt: Genome Editing bei Pflanzen

A3, Puchta: Genome Editing bei Pflanzen

A3, Steinbrecher: Genome Editing bei Pflanzen



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