B13_Diskussion
"Teufelswerkzeug" Content Marketing – warum die PR unabhängigen Journalismus braucht

DIENSTAG, 05.12.2017, 16:00-17:15 Uhr, Konferenzraum 3

Immer mehr Kommunikatoren beobachten, dass kritische Anfragen von Journalisten rarer werden, dass Verständnisfragen kaum noch gestellt werden, dass „echte Branchenprofis" unter den Journalisten immer seltener werden. Einsparungszwänge in den Verlagen haben zu immer kleineren Redaktionen und einem Mangel an Fachjournalisten geführt. In diese Lücke stößt das „Content Marketing“, das unterbesetzten Redaktionen "Kommunikationslösungen aus einer Hand" anbietet.

Dabei geht es nicht nur um die Bereitstellung von Video- und Werbematerial, sondern zunehmend um anspruchsvolle und aufwändig gestaltete Beiträge. Sie genügen scheinbar allen journalistischen Anforderungen, haben aber mit Journalismus nichts zu tun. Der redaktionelle Teil der Zeitungen wird so zur erweiterten Schaltfläche für Anzeigen. Damit fördert die (unternehmens-)kontrollierte direkte Vermarktung von Inhalten nicht nur die unredliche Vermischung von Anzeigenverkauf und redaktioneller Arbeit, sondern leistet auch einer gefährlichen Verlockung Vorschub, nämlich ganz auf kritischen Journalismus verzichten zu können.

Doch mittlerweile greift in der PR-Branche eine andere Erkenntnis um sich: Die Kommunikatoren verlieren ihre Ansprechpartner in den Medien, die sie herausfordern und hinterfragen, die Fakten checken und einzuordnen wissen. So sichert kritischer Journalismus auch die Glaubwürdigkeit jener, über die geschrieben wird. Muss die Kommunikation also mehr Verantwortung übernehmen und verstärkt über Wege zur Sicherung des unabhängigen Journalismus nachdenken? Welche Rolle nehmen von Marketing und PR in der Transformationsphase der Medienlandschaft ein? Wie kann es (überhaupt) gelingen, Redaktionen zu unterstützen, ohne Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen?

REFERENTEN:

Nicola Kuhrt [Mod.]

Freie Wissenschaftsjournalistin, Hamburg

Nicola arbeitet als Freie Medizinjournalistin. Sie hat Germanistik, Soziologe und Neue Literaturgeschichte in Wuppertal studiert und bei der Westdeutschen Zeitung volontiert. Sie schrieb für die Süddeutsche Zeitung, WELT, Kölner Stadtanzeiger und Financial Times Deutschland. Ab 2008 schrieb sie für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und ZEIT über gesundheitspolitische Themen, neue Arzneimittel und klinische Studien.

Von 2012 bis 2014 war sie Redakteurin bei SPIEGEL ONLINE im Ressort Wissenschaft, von 2015 bis März 2017 arbeitete sie als Chefredakteurin der Deutschen Apotheker Zeitung DAZ online.

Nicola ist Gutachterin beim Medien-Doktor und seit März 2015 im Vorstand der Wissenschafts-Pressekonferenz (WPK). Im Herbst 2017 hat sie mit Hinnerk Feldwisch-Drentrup den Watchblog MedWatch (https://medwatch.de) gestartet.

Sabine Hoffmann

Leitung Kommunikation, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Köln

Sabine Hoffmann leitet seit 2008 die Kommunikation des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Sie hat Wirtschaftsgeographie an der Universität Bonn studiert und ist Diplom-Geographin. 2001 wurde sie leitende Redakteurin des Magazins DLR NACHRICHTEN, von 2006 bis 2008 war sie Projektmanagerin für Messen, Ausstellungen und Veranstaltungen beim DLR.

Michael Hopp

Chefredakteur, Hopp und Frenz Content House, Hamburg

Michael Hopp ist Autor und Journalist. Bekanntheit erlangte er als Chefredakteur des österreichischen Zeitgeist-Magazins Wiener, als Autor diverser Titelgeschichten von Tempo und als Chefredakteur von Programmzeitschriften wie TV Movie, TV Total und TV Today. Von 1977 bis 1980 war Hopp beim ORF Fernsehen in Wien als Redakteur des Jugendprogramms "Ohne Maulkorb", bei der er auch moderierte und Regie führte. Danach war er von 1980 bis 1982 Ressortleiter der Jugendzeitschrift "Rennbahn-Express". Anschließend wirkte er als Chefredakteur und Autor beim Wiener (1982–1985) und Tempo (1985–1987), Cash Flow (1987–1989) und Männer Vogue (1989–1993). Bis 1995 war er dann mit eigenem Verlagsbüro in München mit der Entwicklung von Kundenmagazinen u.a. für Lufthansa (Condor Magazin), SPÖ (Österreich Magazin) und RTL (Magazin zur Sendung Traumhochzeit) tätig. Danach war er freier Journalist (Bild, SPIEGEL etc.) mit der Entwicklung verschiedener Programmzeitschriften beschäftigt, deren Chefredakteur er auch wurde (TV Total; TV Movie, TV Today). Seit 2009 betreibt er mit Elisabeth Frenz das Redaktionsbüro Hopp und Frenz. Schwerpunkte sind Corporate Publishing und Content-Marketing sowie die Veranstaltungsreihen „Blattkritik Salon Hamburg“ und „HuF Seminar“.

Maik Pommer

Pressesprecher, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bonn

Maik Pommer leitet seit 2010 die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Nach dem Studium der Kommunikationsforschung, Psychologie und Soziologie an der Universität Bonn hat er in einem Bonner Beratungsunternehmen und bei öffentlichen Initiativen gearbeitet und dort Kommunikationskampagnen und -Maßnahmen auf Bundes- und Länderebene umgesetzt.

Dr. Peter Strunk

Bereichsleiter Kommunikation der WISTA-MANAGEMENT GMBH (WISTA), Berlin Adlershof

Die landeseigene WISTA betreibt den Technologiepark Berlin-Adlershof und engagiert sich für weitere Technologiezentren in der deutschen Hauptstadt. Peter Strunk hat in Berlin Geschichte und Politik studiert. Von 1988 bis 1997 war er Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei der AEG in Frankfurt/Main, anschließend zwei Jahre Pressesprecher der IHK Cottbus. Seit 1999 leitet er die Öffentlichkeitarbeit der WISTA. 2011 war er einer der „Forschungspressesprecher des Jahres“. Neben seiner beruflichen Tätigkeit publiziert er gelegentlich er zu Themen der Industrie- Technik- und Pressegeschichte sowie zu Fragen die PR.



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