A3_Workshop Wissenschaft
Organchips – das Ende der Tierversuche?

MONTAG, 19. November 2018, 14:30-16:00 Uhr, Kaisen Saal

Weltweit wird an der Entwicklung von Alternativen zu Tierversuchen gearbeitet. Dabei gelten vor allem „Organoide“ und „organ-on-a-chip“-Technologien als vielversprechende Modelle, um Tierversuche im großen Maßstab abzulösen. Doch in welchem Stadium der Entwicklung und Anwendung befinden sich diese künstlichen Miniaturversionen menschlicher Organe?

Was könnten Anwendungsgebiete sein (Sicherheitstests vs. Grundlagenforschung), wo liegen die Grenzen von Organoiden? Welche Tierversuche ließen sich damit künftig am ehesten ersetzen? Welche Hürden stehen ihrem Einsatz entgegen? Wann kommt der Zehn-Organ-Chip – und wie realistisch ist die Vision vom „human on a chip“?

Dieser Workshop will einen kritischen Blick auf die “on-a-chip”-Techniken werfen: Können sie unser Organsystem tatsächlich genauso gut abbilden, wie das bei Tierversuchen der Fall ist? Oder wird der Einsatz in der Breite dadurch torpediert, dass hochkomplexe Systeme wie Hirnfunktionen und kardiovaskuläre Funktionen nicht adäquat in vitro dargestellt werden können?

 

REFERENT*INNEN

Jun. Prof. Dr. Peter Loskill

Leiter der Attract-Gruppe „Organ-on-a-Chip“ am Fraunhofer IGB

Juniorprofessor für Experimentelle Regenerative Medizin an der Universität Tübingen

 

Prof. Dr. Ute Schepers

Gruppenleiterin am Institut für Toxikologie und Genetik

Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Mitgründerin vasQlab

 

Prof. Dr. med. Gilbert Schönfelder

Leiter der Zentralstelle zur Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET)

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Berlin

 

MODERATION

Volkart Wildermuth

Freier Journalist, Berlin

 

KURZBIOGRAFIEN:

Jun. Prof. Dr. Peter Loskill

Leiter der Attract-Gruppe „Organ-on-a-Chip“ am Fraunhofer IGB und Juniorprofessor für Experimentelle Regenerative Medizin an der Universität Tübingen

Peter Loskill ist Juniorprofessor für Experimentelle Regenerative Medizin an der Universität Tübingen. Er hat an der Universität des Saarlandes promoviert und als Postdoc an der University of California in Berkeley gearbeitet, wo er Organ-on-a-Chip-Systeme auf Basis der iPS-Zelltechnologie entwickelte. 2015 wurde er von Technology Review als einer der „Innovators under 35 Germany“ ausgezeichnet und erhielt einen Fraunhofer Attract Grant, mit dem er eine unabhängige Forschungsgruppe am Fraunhofer IGB in Stuttgart gründen konnte. Sein µOrgano Lab konzentriert sich auf die Entwicklung humaner iPS-Zell-basierter mikrophysiologischer Organ-on-a-Chip-Systeme und die Anwendung für pharmazeutische Forschung, toxikologische Screenings und mechanistische Studien. Daneben erstellt er im Rahmen des Projekts ORCHID eine Roadmap für die EU-Kommission und ist Vize-Präsident der europäischen Organ-on-a-Chip-Gesellschaft.

 

Prof. Dr. Ute Schepers

Gruppenleiterin am Institut für Toxikologie und Genetik, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Mitgründerin vasQlab

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Ute Schepers ist Professorin für Chemische Biologie und Biochemie und Gruppenleiterin am Institut für Toxikologie und Genetik (ITG) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Sie hat Chemie in Bonn studiert und in Biochemie promoviert. 1998 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung für Zellbiologie der Harvard Medical School. Seit 2001 forscht sie an organspezifischen molekularen Transportern, Tissue Engineering und Vaskularisierung von 3D-Geweben. Sie initiierte das Spin-off vasQlab, das sich auf die Entwicklung von Multi-Organ-Chips spezialisiert hat und das sie weiterhin im Beirat unterstützt.

 

Prof. Dr. med. Gilbert Schönfelder

Leiter des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

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Gilbert Schönfelder ist Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie sowie für Klinische Pharmakologie. Er studierte Medizin an der Freien Universität Berlin und promovierte im Jahr 1999. Seine akademische Ausbildung und Facharztausbildungen bekam er an der FU Berlin, dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin und der Charité-Universitätsmedizin Berlin. 2003 wurde er zum Juniorprofessor an der Charité-Universitätsmedizin ernannt. 2007 folgte er einem Ruf an die Universität Würzburg und wechselte 2010 auf eine Professur für Molekulare Toxikologie an die Charité-Universitätsmedizin. Seit 2012 leitet er im Rahmen einer gemeinsamen Berufung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) und der Charité-Universitätsmedizin die Abteilung Experimentelle Toxikologie und ZEBET und ist gleichzeitig Professor für experimentelle Toxikologie und Alternativen zum Tierversuch. Seit 2015 leitet er das Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) am Bundesinstitut für Risikobewertung.

 

MODERATION:

Volkart Wildermuth

Freier Wissenschaftsjournalist, Berlin

Volkart Wildermuth studierte Biochemie in Tübingen und Berlin. Parallel arbeitete er als Reporter für den Südwestfunk. Nach dem Diplom absolvierte er ein Volontariat beim WDR. Als freier Autor konzentrierte sich Volkart Wildermuth auf den Wissenschaftsjournalismus. Seine Kurzbeiträge und längere Sendungen laufen seitdem regelmäßig in den öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten. Sie wurden mehrfach mit

Preisen ausgezeichnet. 2010 erhielt er den Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus. Volkart Wildermuth moderiert Diskussionsrunden und ist Autor des Buchs Biotechnologie. Seit 2007 ist er regelmäßig als Medientrainer für Wissenschaftler tätig.



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