A8_Workshop Wissenschaft
Big Data in der Medizin = Big Promises?

MONTAG, 19. November 2018, 17:00-18:30 Uhr, Kaisen Saal

 

Die immer schneller wachsende Menge medizinischer Daten weckt große Hoffnungen für die Forschung: Millionen Patientendaten können schnell und zielgenau auf Besonderheiten durchsucht werden, die mit einer bestimmten Erkrankung im Zusammenhang stehen. Behandlungserfolge und -fehlschläge bei neuen Therapien können schneller sichtbar gemacht und die daraus gewonnenen Erkenntnisse in der Forschung genutzt werden. Doch führt Forschung mit Daten aus dem Versorgungsalltag wirklich zu verlässlichen Erkenntnissen? Wie lässt sich die Vielzahl verschiedener Datenbanken sinnvoll verknüpfen? Wie wird sichergestellt, dass die Schnittstelle zwischen alltäglicher medizinischer Versorgung und Forschung so gestaltet ist, dass personenbezogene Daten im Interesse der Patienten aufbewahrt und genutzt werden?

Und: Gibt es eigentlich positive Belege für die Versprechungen von Big Data? Wie sind die Flops wie Googles „Flu Trends“ und der Kündigung des MD Anderson Cancer Center für IBMs Dr. Watson einzuschätzen? Bedeuten mehr Daten tatsächlich automatisch mehr Wissen? Oder brauchen wir vielmehr eine vollständige Nutzen-, Risiko- und Kostendiskussion im Kontext der zunehmenden Entfremdung der Menschen von einer durch Digitalisierung und Kommerzialisierung bestimmten Medizin?

 

REFERENT*INNEN

Prof. Dr. Gerd Antes

Vorstand der Cochrane Deutschland Stiftung, Freiburg

 

Prof. Dr. theol. Peter Dabrock

Fachbereich Theologie

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Vorsitzender des Deutschen Ethikrats (DER)

 

Dr. med. Peter Langkafel

Gründer und Geschäftsführer

Digital Health Factory

 

MODERATION

Dr. Astrid Viciano

Medizinredakteurin, Süddeutsche Zeitung

 

KURZBIOGRAFIEN:

Prof. Dr. rer. nat. Gerd Antes

Vorstand, Cochrane Deutschland Stiftung

Bildergebnis für gerd antes

Gerd Antes ist seit Dezember 2017 wissenschaftlicher Vorstand der Cochrane Deutschland Stiftung und leitet seit 1997 als Direktor das Deutsche Cochrane Zentrum am Universitätsklinikum Freiburg. Der Methodenwissenschaftler und Mathematiker ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Antes erhielt 2009 das Ehrenzeichen der deutschen Ärzteschaft. Antes baute das deutsche Register für klinische Studien mit auf. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist der Wissenstransfer in die medizinische Praxis. Er ist Mitglied in Beratungsgremien und wissenschaftlichen Beiräten zur systematischen Generierung und Nutzung von Evidenz.

 

Prof. Dr. theol. Peter Dabrock

Vorsitzender des Deutschen Ethikrats (DER) / Fachbereich Theologie, Universität Erlangen-Nürnberg

Peter Dabrock ist seit 2016 Vorsitzender des Deutschen Ethikrates. Nach dem Studium der Evangelischen und Katholischen Theologie, Philosophie und Soziologie in Würzburg, Bonn und Bochum war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum und von 2002 bis 2010 Juniorprofessor und Professor für Sozialethik an der Universität Marburg. Seit 2011 leitet er den Lehrstuhl für Systematische Theologie (Ethik) an der Universität Erlangen-Nürnberg. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit bio- und medizinethischen sowie gerechtigkeitstheoretischen Fragen und ist u.a. Mitglied der DFG-Senatskommission für tierexperimentelle Forschung sowie der EKD-Kammer für Öffentliche Verantwortung.

 

Dr. med. Peter Langkafel MBA

CEO, Digital Health Factory

Peter Langkafel ist Gründer und Geschäftsführer der Digital Health Factory. Er leitete den Bereich Unternehmensentwicklung der Charité und war bis 2015 bei der SAP AG verantwortlich für das Healthcare Geschäft in Europa. 2014 hat er das Buch Big Data in Medizin und Gesundheitswirtschaft: Diagnose, Therapie, Nebenwirkungen herausgegeben.

 

MODERATION:

Dr. med. Astrid Viciano

Redakteurin, Süddeutsche Zeitung

Astrid Viciano ist Ärztin und arbeitet vor allem für die Wochenendausgabe der Su?ddeutschen Zeitung, aber auch für andere nationale wie internationale Printmedien. Ihr Fokus liegt auf investigativen Cross?Border?Recherchen zu medizinischen, wissenschaftlichen und sozialen Themen, zuletzt war sie am ICIJ-Projekt zu "Fake Science" beteiligt. Von 2012 bis 2016 war sie als Freie Wissenschaftsjournalistin in Paris tätig, war Redakteurin bei FOCUS, ZEIT, stern und Süddeutsche Zeitung. Für den stern war sie zwei Jahre in Los Angeles, wo sie einen Master in Specialized Journalism an der University of Southern California absolvierte. Astrid hat bereits auf Deutsch, Spanisch, Englisch, Franzo?sisch und Niederla?ndisch publiziert und wurde für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet.



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